Bau dir ein Stück Naturfeld nach.
Was auf dem Feld entsteht, funktioniert auch bei dir im Kleinen – mit dem, was ohnehin im Garten liegt. Für ein neues Zuhause für Käfer, Wildbienen und Eidechsen brauchst du kein Feld. Eine sonnige Ecke reicht, manchmal sogar nur ein Haufen alter Äste, den du einfach liegen lässt.
Das Beste, was du für die Natur tun kannst, ist oft: weniger.
Manchmal braucht sie einen Anschub – eine offene Sandfläche, einen warmen Steinhaufen, ein bisschen Totholz. Genau diese Bausteine kannst du zuhause nachbauen. Und die ersten Bewohner ziehen meist schneller ein, als du denkst.
Nichts davon braucht viel Platz, viel Geld oder grünen Daumen. Das meiste braucht vor allem eins: dass man es liegen lässt.
Drei Regeln, die über Erfolg oder Enttäuschung entscheiden.
Sonne suchen.
Fast alle Module wollen es warm. Halbschatten geht, Dauerschatten fast nie.
Heimisch pflanzen.
Wildbienen kennen Kornblume und Natternkopf. Mit gefüllten Zierblüten aus dem Baumarkt können sie nichts anfangen.
Liegen lassen.
Der schwierigste Teil ist das Nichtstun. Nicht aufräumen, nicht wegfegen, nicht mähen.
Alles, was du brauchst, hast du schon. Äste, Laub, Steine, Sand und Erde findest du im eigenen Garten oder im Baustoffhandel. Bitte nimm nichts vom Naturfeld mit – Totholz, Steine und Pflanzen sind dort längst bewohnt. Wildblumen säst du am besten aus heimischem Saatgut aus.
Diese Lebensräume entstehen auf dem Feld – und passen auch zu dir.
Der Käferkeller
Ein Haufen vergrabenes Totholz – und darunter wohnt jahrelang ein ganzes Ökosystem.
Wer einzieht: Larven von Rosenkäfer und Nashornkäfer, Hundertfüßer, Pilze, im Winter auch Erdkröten.
Die kleine Trockenmauer
Steine, die tagsüber Wärme speichern und nachts abgeben – die Fußbodenheizung für Eidechsen.
Wer einzieht: Zauneidechsen, Wildbienen, Spinnen – und Mauerpfeffer ganz von allein.
Das Sandarium
Drei von vier Wildbienenarten nisten im Boden. Und finden fast nirgends mehr offenen Sand.
Wer einzieht: Sandbienen, Grabwespen, mit etwas Glück ein Ameisenlöwe.
Der Totholzhaufen
Der einfachste von allen: Du musst nichts bauen. Du musst nur aufhören wegzuräumen.
Wer einzieht: Igel, Zaunkönig, Erdkröten, Laufkäfer und unzählige Insektenlarven.
Die Wildblumeninsel
Ein Quadratmeter heimische Wildpflanzen bringt mehr als zehn Quadratmeter Rasen.
Wer einzieht: Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge – und im Winter Vögel, die an den Samenständen fressen.
Die Wasserstelle
Im Hochsommer ist Wasser oft knapper als Nahrung.
Wer einzieht: Wildbienen, Wespen, Vögel, Igel.
Anleitungen für fertige Module gibt es am Kiosk. Wir schreiben sie erst, wenn wir selbst gebaut haben.
Was wir am häufigsten gefragt werden.
Ja. Ein Sandkübel und ein Kasten mit heimischen Trockenpflanzen an einer Südwand werden erstaunlich zuverlässig angenommen. Wildbienen fliegen weiter, als man denkt – viele Arten legen mehrere hundert Meter zurück.
Bei Totholz und Wasserstellen oft schon in den ersten Tagen. Ein Sandarium wird meist im zweiten Frühjahr besiedelt, eine Wildblumenfläche zeigt ihr wahres Gesicht im zweiten und dritten Jahr. Naturprojekte belohnen Geduld.
Nein. Was einzieht, sind vor allem Nützlinge: Laufkäfer, Ohrwürmer, Schlupfwespen und Igel fressen genau das, was im Garten sonst stört. Wespennester entstehen an ganz anderen Stellen.
Für fertige Module gibt es sie bei uns am Kiosk. Wir schreiben eine Anleitung erst, wenn wir das Modul selbst gebaut haben – welche das schon sind, siehst du an der Kennzeichnung der sechs Module auf dieser Seite. Für die übrigen bringen dich die drei Grundregeln oben schon ein gutes Stück weiter, und bei Naturschutzverbänden findest du zu jedem dieser Lebensräume brauchbare Beschreibungen.
Schau dir an, wo es entsteht.
Auf dem Naturfeld siehst du, wie die ersten Lebensräume angelegt werden – und wir erzählen dir gern, was dabei funktioniert und was nicht.